Freitag, 10. August 2007

You kill it, We grill it!

"You kill it, We grill it!" Diesen Spruch hatte ich schon seit meiner Ankunft in Australien (oder vielleicht schon vorher) im Kopf. Keine Ahnung, wo ich das aufgeschnappt hatte, ich wusste nur, dass es ein Restaurant o.ä. in Darwin sein sollte. Gestern Abend war ich nun auf dem Mindil Beach Sunset Market in Darwin und da habe ich dann den Stand des Roadkill Cafés entdeckt, denn es stand groß angeschrieben "You kill it, We grill it". Der Mindil Beach Sunset Market findet einmal pro Woche statt und dort gibt es Köstlichkeiten und Nippes von der ganzen Welt. Und am Stand des Roadkill Cafés verkaufen sie eben gegrillt alles, was man auf den Straßen in Australien so tot fahren kann. Ich habe Krokodil und Kamel probiert. Krokodil hatte keinen besonderen Geschmack (eine Mischung aus Schwein und Huhn), Kamel war etwas intensiver, aber auch ziemlich zäh.


Kamel links, Krokodil rechts


Donnerstag, 9. August 2007

wo bin ich, wo komme ich her


So, ich bin seit gestern in Darwin. In der letzten Woche habe ich etwa 2.700 Kilometer zurückgelegt, um von Karratha hier her zu kommen. Ich habe nach über 3 Monaten auch Western Australia (WA) verlassen und bin jetzt im Northern Territory (NT). Die letzte Nacht in WA habe ich in einer Rest Area genau auf der Staatengrenze verbracht. Und weil im NT die Zeit um 1,5 Stunden vor gestellt wird, hat mir das morgens beim Aufstehen etwas Probleme gemacht. Habe ich auf der rechten Seite gelegen, war ich im NT: "Oh, schon so spät, Zeit auf zu stehen." Dann habe ich mich doch lieber nach links zurück nach WA gedreht: "Ach was, Du kannst noch 1,5 Std schlafen." ;-)

Das Northern Territory ("The Outback State") ist etwa 4-5 mal so groß wie Deutschland, seine drittgrößte Stadt, Katherine, hat aber gerade mal 11.000 Einwohner.




Hot Springs in Katherine, 32 Grad warm :)

Montag, 6. August 2007

Purnululu – Der ultimative Nationalpark

Die Bungle Bungles im Purnululu NP, das ist mit das Schönste, was ich bisher in Australien gesehen habe. Ich habe mal gesagt, Karijini wäre der schönste NP. Es geht noch schöner. Viel viel schöner. So schön und einzigartig, dass die Bungle Bungles sogar UNESCO-Weltkulturerbe sind. Und das, obwohl sie erst Mitte der 80er Jahre richtig entdeckt wurden (jedenfalls vom Weißen Mann). Aber sie liegen auch weit ab vom Schuß. Von Broome ist man alleine 2 Tage auf dem Highway unterwegs bis man zur Abzweigung kommt. Und dann geht’s erst richtig los. Dann folgen nämlich noch über 80km auf unbefestigter Straße. Ohne Allrad-Fahrzeug wird man gar nicht in den Park gelassen. Denn die Straße ist nicht einfach eine Gravel Road, die man gemütlich entlang fahren kann. Nein, Freunde der Sonne, das ist extreme 4 wheel driving. Da geht’s über Hügel und Berge, rauf, runter, links, rechts, Vorsicht Känguru!, über Sandpisten, über Geröll, auf Kies durch ausgetrocknete Flussbetten und durch Bäche und Flüsse. Und die Wasserdurchquerungen sind von einem anderen Kaliber als in den Kimberleys. Hier ging das Wasser manchmal fast bis zur Tür. Ungefähre Reisegeschwindigkeit 20km pro Stunde. Ich frage mich, wieso sie von den ganzen UNESCO-Millionen nicht mal eine gescheite Straße gebaut haben. Aber auch wenn der Weg lang und mühsam war, es hat auch extrem viel Spaß gemacht, die Strecke zu fahren. Und es hat sich so was von gelohnt.

da musste durch!













The Kimberleys

Die Kimberleys sind ein riesiges Gebiet zwischen Broome und Darwin, das bis Mitte der 80er Jahre niemandem in Australien wirklich aufgefallen war und deshalb bis heute fast unerschlossen ist. Eine ungeteerte Straße führt mitten durch. Die Gibb River Road, Australiens letztes großes Offroad-Abenteuer. Ursprünglich wollte ich die Gibb River Road befahren, weil sie mit 660km Länge mich aber ca. eine Woche kosten würde, habe ich aus Zeitmangel nur ein Teilstück befahren. Die Kimberleys hatte ich mir eigentlich als sumpfähnliche Landschaft voll mit Krokodilen vorgestellt. Aber es war dann doch weiter australischer Busch. Schön war’s trotzdem. Auch weil hier die Boab Trees stehen, Bäume von der Form einer Flasche, die man sonst nur auf Madagaskar findet. Weil sie Buschfeuern standhalten und aufgrund ihrer Form auch niemals von einem Sturm umgerissen werden, können sie sehr sehr alt werden. Bei Derby steht der Boab Prison Tree, der etwa 1.500 Jahre alt ist, und, da innen hohl, sogar eine Zeit lang als Gefängnis missbraucht wurde.

Auf meiner Fahrt durch die Kimberleys habe ich mir Windjana Gorge angeschaut, einen atemberaubenden Canyon (da fährt man hunderte von Kilometern durch flache Buschlandschaft, und plötzlich wächst diese 300m hohe Felswand aus dem Boden), in dessen Fluß Süßwasserkrokodile leben. Die können zwar auch beißen, sind aber relativ ungefährlich.

Außerdem bin ich durch Tunnel Creek gewatet. Das ist eine 750m lange Höhle, durch die ein (in der Trockenzeit) kleiner Fluß fließt. In dem Fluß leben auch manchmal Süßwasserkrokodile (ich habe kein gesehen) und in der Höhle bis zu 5 verschiedene Fledermausarten.

Fluß ist das Abschlußstichwort, denn ich habe (endlich) meine ersten Flußdurchquerungen hinter mir. Die waren relativ problemlos, denn aufgrund der Trockenzeit konnte man nicht wirklich von Flüssen sprechen, s.d. man gut durchfahren konnte.

Boab Prison Tree





Windjana Gorge I

Windjana Gorge II

Süßwasserkrokodil

Windjana Gorge III

Tunnel Creek I

Tunnel Creek II

Supa!!!

Unterwegs bei Malcolm Douglas

Ein Grund, für mich nach Australien zu kommen, war sicherlich, dass ich als Jugendlicher immer auf Kabel1 „Unterwegs mit Malcolm Douglas“ angeschaut hatte und dabei eine Neugier auf den 5. Kontinent geweckt wurde. In Broome sollte der große Moment kommen, denn dort wollte ich Malcolm Douglas persönlich in seinem Crocodile Park treffen. Leider war der feine Herr am tag meines Besuchs Angeln gegangen. Seinen Crocodile Park habe ich mir dann trotzdem angeschaut. Und das hat sich gelohnt. Auge in Auge mit den Bestien. Denn die Krokodile waren zum Teil nur Zentimeter von mir entfernt, einzig ein Zaun hat mich davor geschützt, dass sie über mich herfielen. Und das hatten sie wirklich vor. An einem Gehege bin ich vor bei gekommen, in dem ich kein Krokodil im Wasser oder am Wasser liegend sehen konnte. Ich habe mich dann an den Zaun gestellt und „Kuckuck! Schnappi, wo bist Du denn?“ gerufen. Und plötzlich kommt das Vieh mit weit aufgerissenem Maul aus dem Wasser geschossen. Wie bei Crocodile Dundee. Ich habe einen riesen Schreck bekommen und erst mal einen Satz nach hinten gemacht. Als sich das Krokodil wieder beruhigt hatte und wieder im Wasser verschwunden war, habe ich mir gedacht: „Das kriegen wir doch noch mal hin, aber diesmal mit laufender Kamera.“ Also die Digicam auf Film-Modus gestellt und am Zaun ein paar Faxen gemacht und zack, da kam das Krokodil schon wieder auf mich zu geschossen. Und ich habe mich fast so erschreckt wie beim ersten Mal. Scheinbar haben mich die Krokodile nicht so leiden können, denn später bei der Fütterungstour bin ich nichts ahnend an einem Gehege mit Tümpel vorbei gelaufen, als plötzlich wieder ein Krokodil aus dem Wasser auf mich zu schießt. Und das war mit 4 Metern schon doppelt so groß wie das Erste. Die Frau neben mir hat fast einen Herzinfarkt bekommen, ich habe sie aber beruhigen können: „Keine Angst, die wollen nur spielen.“

Neben den Krokodilen gab’s in Broome noch mehr zu sehen. 135 Mio. Jahre alte Fußabdrücke von Dinosauriern zum Beispiel. Oder Cable Beach, den schönsten Strand, den ich bisher in Australien gesehen habe. Und der war vor einiger Zeit für ein paar Tage gesperrt gewesen, weil sich ein wildes Krokodil im Wasser aufgehalten hat.

Und schließlich hatte ich den glücklichen Zeitpunkt erwischt, zur Stairway to the Moon in Broome zu sein. Das ist ein Naturphänomen, das nur ein paar Mal pro Jahr zu sehen ist, nämlich dann, wenn bei extrem niedriger Ebbe das Licht des aufgehenden Vollmondes vom Restwasser im Watt reflektiert wird, s.d. es aussieht als würde eine Leiter aus Licht zum Vollmond führen.






6m lang, 500kg schwer






Japanese Cemetery

Dinosaurier-Fussabdruck (links)

Cable Beach I

Cable Beach II